Kognitive Kommunikationsstörungen

Dr. Julia Büttner

Freitag,   11.10.2019, 13:00 – 18:30Uhr
Samstag, 12.10.2019, 09:00 - 17:00 Uhr

  • Teilnehmerzahl: mind. 15 / max. 25
  • 14 UE (14 Fortbildungspunkte)
  • Teilnahmegebühr: 160,00 €
  • Ort: DAA Logopädieschule Freiburg, Salzstraße 12-16, 79098 Freiburg (i.Br.)
  • Anmeldefrist: bis 31.08.2019
  • Sie können das Anmeldeformular hier downloaden
  • Anmeldung über info.freiburg.logopaedieschule[at]daa.de

Seminarbeschreibung Kognitive Kommunikationsstörungen:
Kognitive Sprach- und Kommunikationsstörungen (KoKos) sind in unterschiedlicher Ausprägung eine häufige Folge von neurologischen Erkrankungen. Sie können als Folge eines Schädel-Hirn-Traumas, einer frontalen oder rechtshemisphärischen Läsionen oder bei neurodegenerativen Erkrankungen auftreten. Eine besondere Rolle im Komplex der KoKos nehmen Kommunikationsstörungen bei Störungen der Exekutivfunktionen ein. Im Seminar wird ein Überblick über die unterschiedlichen Konzepte kognitiver Kommunikationsstörungen gegeben. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf Funktionen des Arbeitsgedächtnis und exekutiver Funktionen und ihren Nutzen für die diagnostische Einordnung der KoKos und die Therapieplanung.
Im Seminar werden vor allem die Diagnostikverfahren MAKRO und MEC vorgestellt. MAKRO ermöglicht das Erkennen von Störungen des Textverstehens und der Textproduktion bei Exekutivstörungen. Mit dem MEC-Testverfahren kann das Verstehen von bildhafter Sprache, emotionaler und linguistischer Prosodie sowie diskursive Fähigkeiten diagnostiziert werden. Mit diesen beiden Testverfahren können kognitiv-pragmatische Störungen systematisch festgestellt werden, die mit den klassischen Abklärungsverfahren nicht erfasst werden. Dadurch kann die Therapie gezielter ausgerichtet und die Beratung der Bezugspersonen effektiver gestaltet werden. Ergänzt wird der Diagnostikteil durch Fragebögen (z.B. La Trobe Communication Questionnaire) und Checklisten zum Gesprächsverhalten. Zusätzlich wird anhand von Patientenbeispielen die Auswertung der Verfahren besprochen.
Im zweiten Teil des Seminar werden etablierte und neu entwickelte Therapieansätze für eine kognitiv-pragmatisch ausgerichtete Therapie vorgestellt (z.B. makrostrukturelles Training, Metapherntraining, biografisch-narrativer Ansatz, soziales Kommunikationstraining bei SHT, evidenzbasierte Instruktionstechniken). In praktischen Übungen und Fallbeispielen werden diese Ansätze besprochen und pragmatisch ausgerichteten Therapiebausteine (z.B. Kommunikationsverhalten/ Gesprächsführung; Textverarbeitung/ Textverständnis) zugeordnet.

Ziele:
Durch die Teilnahme am Seminar werden folgende Kompetenzen erworben: Überblick über Symptome und Einteilungsformen von Kognitiven Kommunikationsstörungen Kognitive Funktionen in der Pragmatik: Arbeitsgedächtnis, Exekutivfunktionen, Inferenzen Kennenlernen der Diagnostik mit MEC, MAKRO und LCQ (mit eigener Auswertung) Kennenlernen der Therapie mit makrostrukturellem Training, Metaphern Training, biografisch-narrativem Ansatz, sozialem Kommunikationstraining bei SHT, evidenzbasierte Instruktionstechniken (mit praktischen Übungen, Videoanalysen)

Zielgruppe:
Sprachtherapeutinnen, Logopädinnen, Klinische Linguistinnen

Mitzubringen:
Gerne könne im Vorfeld eigene Patientenbeispiele (Videos, Fallbeschreibungen) eingereicht werden, die im Seminar besprochen werden.

Zum einlesen:
Büttner, Julia & Glindemann, R. (2018): Kognitive Sprach- und Kommunikationsstörungen. Fortschritte der Neuropsychologie. Göttingen: Hogrefe. Büttner, Julia (2018): MAKRO -- Screening zur Verarbeitung der Makrostruktur von Texten bei neurologischen Patienten, https://www.natverlag.de/programm/diagnostik

Biographie:
Dr. Julia Büttner arbeitet seit mehr als 10 Jahren als klinische Linguistin (BKL) in der neurologischen Rehabilitation und hat an den Kliniken des Bezirks Oberbayern (Neurologie Wasserburg) federführend die Schluckdiagnostik (FEES) nach DGN-Standard eingeführt. In ihrer praktischen Tätigkeit hat sich auf die Diagnostik und Therapie von neurologischen Kommunikationsstörungen spezialisiert.
Im Studiengang Sprachtherapie an der LMU München unterrichtet sie seit 2009 die Bereiche Aphasie und Demenz. Als wissenschaftliche Mitarbeiterin (Dt. Philologie, LMU München) forscht Sie zu Exekutivfunktionen, Pragmatik und neurogenen Kommunikationsstörungen. Im Rahmen ihrer Dissertation zu „Sprache und Kognition“ (LMU München Prof. Leiss/ Prof. Ziegler) hat sie sich mit Exekutivfunktionen und Textverarbeitung beschäftigt. Hieraus ist auch das Screeningverfahren MAKRO für Menschen mit kognitiven Kommunikationsstörungen entstanden.
Aktuell ist sie als Post-Doc-Mitarbeiterin mit einem eignen Projekt (PRAKOG) am Lehrstuhl von Prof. Dr. Elisabeth Leiss an der LMU München tätig.